Seit drei Jahren im adh-Vorstand

adh-Vorstandsteam 2018

Interviewfragen an Dirk Kilian

Vor drei Jahren wurde Dirk Kilian, Mitarbeiter des Hochschulsports der Hochschule Darmstadt, in den Vorstand des Allgemeinen Deutschen Hochschulverbandes (adh) gewählt. Während seiner Tätigkeit setzte er sich vor allem für die Weiterentwicklung des Bildungsprogrammes auf nationaler Ebene ein. Nun stellt sich Kilian Mitte November erneut der adh-Vollversammlung zur Wahl. Im Interview spricht er über seine Aufgaben im adh, den Entwicklungen des Hochschulsports an der Hochschule Darmstadt und seiner Leidenschaft für die Arbeit im Spannungsfeld zwischen Sport und Bildung.

Hochschulsport Hochschule Darmstadt (HSP h_da): Dirk, was fasziniert dich am Hochschulsport?

Dirk Kilian (DK): Nun, grundsätzlich hat mich schon immer der Sport im Allgemeinen „fasziniert“, ich war von Kindesbeinen an in unterschiedlichen Sportvereinen aktiv und habe mich dann nach der Schule auch für ein Sportstudium entschieden. Während des Studiums an der Uni Freiburg wurde ich dann zunächst Übungsleiter im HSP – interessanter Weise parallel für Fußball und Gerätturnen -, wurde Obmann für Fußball und konnte später als Sportreferent selbst im Hochschulsport mitarbeiten und –gestalten. Und diese Mitgestaltungsmöglichkeit ist für mich mit der faszinierendste Aspekt des Hochschulsports.

HSP h_da: Warum engagierst du dich im Vorstand des Allgemeinen Deutschen Hochschulsportverbandes (adh)?

DK: Man könnte sagen, das ist die Faszination der Mitgestaltungsmöglichkeit eine Stufe weitergedacht. Der adh hat als Dachverband für den Hochschulsport die wichtige Aufgabe, diesen inhaltlich weiter zu entwickeln und auch politisch zu vertreten. Daraus ergeben sich spannende Aufgaben und Erfahrungsfelder, aus denen ich schon viel mitnehmen konnte – für mich selbst und natürlich auch für meine Aufgaben im Hochschulsport vor Ort.

HSP h_da: Während deiner Zeit im Vorstand des adh hast du dich vor allem für die Weiterentwicklung des Bildungsprogrammes eingesetzt. Ein wichtiger Punkt ist dabei die Gesundheitsförderung. Welche Möglichkeiten bietet der Hochschulsport für die Studierenden und Mitarbeitenden der Hochschule Darmstadt in diesem Bereich?

DK: Wir sind schon mal sehr froh, dass wir nun seit ca. vier Jahren einen eigenen Bewegungsraum direkt am Campus Haardtring haben, der uns die Durchführung von gesundheitsorientierten Angeboten wie bspw. Yoga- und Pilateskurse ermöglicht. Denn die „Über-Buchungszahlen“ gerade bei diesen Kursen belegen den großen Bedarf an gesundheitsfördernden Bewegungsangeboten. Und diese Möglichkeiten wollen wir künftig auch draußen auf dem Campus geben. Gemeinsam mit dem Fachbereich Bauingenieurwesen sind wir dabei, Schritt für Schritt eine Campusmeile mit Sport- und Bewegungsmöglichkeiten zu entwickeln, damit der Weg vom Hörsaal zur aktiven Pause ein möglichst kurzer ist. Mit der Calisthenics-Anlage an der Wasserbauhalle, einer Slackline und zwei Tischtennis-Tischen sind bereits erste Elemente aufgebaut. Mit Unterstützung der Techniker Kranken TK wollen wir mittel- bis langfristig studentische Übungsleitende qualifizieren, um neben der freien Trainingsmöglichkeit auch attraktive Angebote von Studierenden für Studierende anzubieten.

HSP h_da: Die Kooperation mit der Techniker Krankenkasse (TK) unterstützt du auf nationaler und lokaler Ebene. Wie wird die Partnerschaft in den kommenden Jahren weitergeführt? Vor allem auch an der Hochschule Darmstadt?

DK: Wir hoffen natürlich, dass diese fruchtbare Kooperation eine möglichst langfristige wird. Die Signale sind da, dass die Seminarangebote wie das Seminar „Mentalstrategien für Studierende“ weiter angeboten werden kann und vielleicht auch neue Inhalte dazu kommen können. Und auch für die nationale Kooperation des adh mit der TK, über die wir an der h_da mit dem Bewegungsparcour partizipieren, scheint eine Fortsetzung über den ursprünglichen Projektzeitraum bis 2019 hinaus möglich, so dass wir auch von dieser Seite wohl weiter Unterstützung für die Weiterentwicklung unserer Bewegungsmeile erhalten können.

HSP h_da: In deinem Engagement im adh blickst du häufig über den Tellerrand hinaus. Bei nationalen Veranstaltungen erhältst du einen Einblick in die Arbeit der Kolleginnen und Kollegen. Welche neuen Ansätze nimmst du mit an die Hochschule Darmstadt?

DK: Im adh sind knapp 200 Hochschulsporteinrichtungen organisiert und jede hat irgendwo ein Stück weit unterschiedliche Voraussetzungen und damit auch unterschiedliche Lösungen, da kann man immer etwas mitnehmen oder muss auch oft genug feststellen, dass sich nicht jede gute Idee übernehmen lässt. So gibt es oft auch bürokratische Hürden wie bspw. bei der Entlohnung oder auch der Qualifizierung von Übungsleitenden, wo es an anderen Hochschulen sehr gute Modelle gibt, die wir aber so nicht umsetzen können. Aktuell profitieren wir aber z.B. sehr davon, dass uns die TU Kaiserslautern und die Uni des Saarlandes bei der Implementierung eines Bewegungsparcours ein bis drei Jahre voraus sind, da können wir sehr viel für die Umsetzung unseres Projektes übernehmen.

HSP h_da: An der Hochschule Darmstadt bewegen sich die Studierenden häufig in eher sportfernen Studiengängen. Trotzdem misst du dem Hochschulsport auch oder gerade an der h_da einen großen Stellenwert zu. Warum möchtest du Studierende für den Sport begeistern?

DK: Ich sehe das nicht nur an der h_da sondern grundsätzlich so, dass ein Studium doch überwiegend kopflastig und damit bewegungsarm ist. Ich muss deshalb nicht gleich jede/n Studierende/n für Sport begeistern, möchte aber möglichst viele zu Sport und Bewegung als Ausgleich animieren. Deshalb bietet das Hochschulsportprogramm einen einfachen Einstieg in unterschiedlichste Sport- und Bewegungsangebote an, in denen man sich ausprobieren kann. Erfahrungsgemäß starten nicht wenige Studierende „Ihre Sportkarriere“ in einer bestimmten Sportart im Hochschulsport. Und an dieser Stelle noch ein kleiner Appell an die Studierenden: nutzt das Bewegungsangebot bis zum Semesterende auch in der Lern- und Prüfungszeit – eine Stunde bewegtes Abschalten bringt oft mehr als verkrampftes Weiterlernen.

HSP h_da: Im Juni fand an der Freien Universität zu Berlin eine interessante adh-Perspektivtagung statt. Das Thema war die Implementierung des E-Sports an den Hochschulen und im Hochschulsport. Wie stehst du zu diesem Thema? Wie stehen die Chancen für ein E-Sport Angebot an der h_da? Welche Voraussetzungen müssten dafür erfüllt werden?

DK: Ich gebe offen zu, dass ich mit der Begrifflichkeit des E-Sports meine Probleme habe, da es sich mit meinem persönlichen Sportverständnis nicht deckt. Und natürlich entspricht es für mich auch nicht dem, was ich oben als ausgleichende Wirkung von Bewegung und Sport zum kopflastigen Studium angeführt habe. Ich realisiere aber, dass der „E-Sport“ in der aktuellen Studierendengeneration einen sehr hohen Stellenwert erfährt, nicht zuletzt haben wir ja an unserer Hochschule den Studiengang Animation Games. Ich habe mir dazu noch keine abschließenden Gedanken gemacht, aber wenn könnte ein Angebot im Rahmen des Hochschulsports vielleicht so aussehen, dass eine E-Sport-Hochschulsportgruppe neben dem Gaming auch ein Bewegungs- oder Fitnessprogramm absolviert, um so doch einen gewissen bewegten Ausgleich zu gewährleisten – und damit zudem die Konzentrations- und Leistungsfähigkeit gerade beim Gaming zu steigern. Zudem müssten die Spiele gewissen inhaltlichen Standards gerecht werden, sogenannte Ego-Shooter oder vergleichbares wären für mich ein absolutes no go.

HSP h_da: Nun stellst du dich Mitte November erneut der Wahl zum adh-Vorstand. Welche Ziele setzt du dir für die kommenden zwei Jahre? Wie kann der Hochschulsport der Hochschule Darmstadt von deinem Engagement im adh profitieren?

DK: Inhaltlicher Schwerpunkt wird in meinem Bereich die Weiterentwicklung eines neuen Bildungs- und Personalentwicklungskonzeptes des Verbandes sein, welches wir im Rahmen der nächsten Vollversammlung 2019 in Hamburg verabschieden und dann ins Laufen bringen wollen. Abgesehen davon, dass wir als Mitgliedshochschule per se von den Bildungs- und Personalentwicklungsmaßnahmen des Verbandes profitieren werde ich im Rahmen dieses Prozesses auch persönlich sehr wertvolle Erfahrungen machen können, die mich auch für meine Arbeit an der h_da weiterbringen.

HSP h_da: Danke für das Interview.

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