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EUROKONSTATIA 2017

Bericht des h_da Basketballteams

Eurokonstantia 2017: Von Prinzessinnen und Superhelden

Zum ersten Mal entsendete die Hochschule Darmstadt zwei Mannschaften zur Eurokonstantia. Das internationale Hochschulsportturnier ist mittlerweile fester Bestandteil des Kalenders. Für die h_da gingen die Teams im Volleyball (Mixed) und Basketball an den Start. Im Erfahrungsbericht schreibt Ulrich Raueiser, Kapitän der Basketballmannschaft, über die Tage seiner Mannschaft am Bodensee. 

Es geht los. Wir verlassen den Schutz des Zeltes und setzen uns langsam in Bewegung in Richtung Basketballfeld. Teils umgeben von Hügeln, unweit vom Bodensee erstreckt sich vor uns der grün leuchtende Rasen der Fußballer, auf dem sich schon einige Spieler den Ball zupassen. Direkt dahinter kann man unseren roten Basketballplatz in der Mittagshitze flimmern sehen. Trotz der brütenden Bedingungen sind wir umgeben von energiegeladenen Sportlern und zugegeben dann doch manchen, die den kühlen Schatten genießen. Zum zwölften Mal kommen nun schon über 1.000 internationale Teilnehmerinnen und Teilnehmer zusammen und messen sich in acht Sportarten und anderen Events wie Cheerleading oder Headis, quasi Tischtennis mit dem Kopf. Unter dem Trubel bekommt man von Döner, Pizza und isotonischen Getränken bis motivierender Musik alles was sich das Sportlerherz wünscht.  Für uns steht jetzt aber Basketball auf dem Plan. „Die Bedingungen sehen nicht allzu perfekt aus. Neben der Hitze spielen wir auf Eisenkörbe und auf einem Tartan-Platz, die kleine Schnitzer beim Punkten und Dribbeln hart bestrafen…“ denke ich noch und werfe einen Blick auf unsere ersten Gegner aus Coburg, die sich auch nicht an der blendenden Sonne zu erfreuen scheinen. Ach was, Ausreden! Wir machen uns warm, probieren ein zwei Korbleger und üben ein letztes Mal Freiwürfe, vielleicht hilft's ja was.

Das erste Spiel verläuft gut, ist spannend. Am Ende gewinnen wir mit einem Punkt. Schöner Start. Zwei Liter Wasser und fünf Minuten später sitzen wir beim Volleyballteam der h_da in unserer Unterbringung, einem großen Schlafsaal-Zelt, und tanken wieder Energie im wohltuenden Schatten. Unsere Schlafplätze liegen am Rand der Sportanlage fast direkt am See. Nach nur drei Minuten Fußweg eröffnet sich einem das blaue Wasser, auf dem hier und da ein paar Boote und Stand-Up-Paddler vor sich hin schaukeln. Reingesprungen, schön erfrischt und ab zum zweiten von vier Spielen. 

Es läuft nicht rund. Die Pässe kommen nicht an, wir verhaspeln uns, kriegen zu wenig Punkte. Die Halbzeitanalyse des Teams: Ruhiger spielen, durchatmen. Wieder auf dem Feld, klappt es aber auch weiterhin nicht besonders. Frustriert nutzen wir die Zeit nach dem Schlusspfiff um die Schuld an unserer Leistung auf die Trainingsbedingungen in Darmstadt zu schieben. Von schlechten Körben und einem miesen Spielfeld ist die Rede. Obwohl die Stimmung im Keller sein sollte, befinden wir uns immer noch direkt am Bodensee, der nach den Spielen quasi als Instant-Kurort genutzt wird und unsere Laune wieder anhebt. 

Spiel drei geht gegen „die Prinzessinnen“. Diese eigentlich doch vor Zärtlichkeit und Anmut trotzenden Geschöpfe sind in diesem Fall aber ein gewisser „Peter Parker“ und Team die aussehen, als wären sie gerade der Basketball Bundesliga entsprungen und wollen jetzt ein paar Winzlinge zerquetschen. Wir sind keine Winzlinge, verloren haben wir trotzdem. Am Abend feiern wir dann lieber bei Live-Rock und füllen die Mineralstoffe wieder auf. 

Der zweite Spieltag verläuft besser, wir finden schon eher in die Spiele rein, haben uns vielleicht besser an die klimatischen Bedingungen gewöhnt. Die letzte Mannschaft wird geführt von einem Point Guard, der ständig Dreier zu treffen versucht, egal wo er steht. Es wird wieder mal nervenzerreißend. Wir spielen die Bälle gut heraus, machen ein paar Plays, lassen die Gegner laufen. Der andere Point Guard verwirft. Es ist ein knappes Spiel. Dann kommt anscheinend der Basketballgott und verleiht Mr. 3-Pointer die nötige Kraft, um dann doch die paar benötigten Punkte für sein Team heraus zu holen. Etwas enttäuscht, aber doch ganz glücklich geht’s unter die Dusche um schließlich noch das Finale zu gucken, welches zwischen dem Karlsruher KIT und den Prinzessinnen aus Konstanz ausgefochten wird. Ein packendes, knappes Spiel, bei dem beide Mannschaften nochmal die letzten, aufgesparten Kräfte mobilisieren. Peter Parker zeigt mit einem Tomahawk-Dunk noch einmal sein ganzes Können und gewinnt mit seinen royalen Schwestern das Turnier in der Sektion Basketball. 

Wir kämpfen uns schließlich müde zum Zeltplatz zurück um uns für die anstehenden Abschiedspartys zu generieren. Schließlich gibt es auch für uns einiges zu feiern. Dass wir trotz der mäßig guten Vorbereitung, in einem so starken Starterfeld, den achten Platz holen, hätte wohl keiner von uns gedacht. 

Am nächsten Tag in Darmstadt steigt jeder von uns mit einer Wagenladung neuer, einmaliger Erfahrungen, inklusive Sonnenbrand und Muskelkater, aus dem Bus. Aber das Wichtigste ist, es sind nicht mehr die Acht semibegabten Amateurbasketballer, die aus dem Wagen steigen, sondern ein Team.

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