e-Sport: Ein Thema im Hochschulsport?

adh-Perspektivtagung diskutierte über e-Sport im Hochschulsport

Spannende Impulse und tiefgreifende Diskussionen prägten die Perspektivtagung des Allgemeinen Deutschen Hochschulsportverbandes (adh) an der Freien Universität Berlin. Mehr als 160 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus dem gesamten Bundesgebiet tauschten sich zur Zukunft des e-Sports im Hochschulsport aus. Der Hochschulsport der Hochschule Darmstadt wurde von drei Vertretern repräsentiert. Roland Joachim, Hochschulsportleiter der h_da, und Dirk Kilian, Mitarbeiter im Hochschulsport der h_da und adh-Vorstandsmitglied, nahmen an der Perspektivtagung teil. Moderiert wurde die Veranstaltung von Moritz Belmann, studentischer Mitarbeiter des Hochschulsports und Student des Fachbereichs Medienentwicklung.

 „Wir sehen den Hochschulsport als festen Bestandteil der e-Sport-Bewegung in Deutschland und haben diesen in den Strukturen unseres Verbandes verankert“, erklärte Hans Jagnow, Präsident des e-Sport Bundes Deutschland (ESBD). In seinem Impuls verdeutlichte Jagnow die Bedeutung des e-Sport für die Zukunft und das Potential für den Hochschulsport. In den folgenden Impulsen wurde die Thematik aus den verschiedenen Perspektiven beleuchtet. Sportwissenschaftliche Studien und rechtliche Fragen wurden geklärt. „Die Diskussion über e-Sport führt dazu, dass sich der Sport mit seinem Markenkern auseinandersetzt. Eine solche Diskussion begrüße ich“, sagte Dr. Thomas Borchert von der Universität Leipzig.

Weitergehend wurde die Thematik im Nachhinein von den Teilnehmenden der Podiumsdiskussion beleuchtet. Neben Jagnow und Borchert nahmen Veronika Rücker, Vorstandsvorsitzende des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB), Ines Lenze, Hochschulsportleiterin der Ruhr-Uni Bochum, Jörg Förster, adh-Vorstandsvorsitzender, und Joshua Miethke, Sportreferent der Uni Bonn, teil. Rücker verdeutlichte die Fragestellung, mit der sich der deutsche Sport dem Thema stellt: „Für uns ist die Frage, ob wir die Entwicklung des e-Sport begleiten oder nicht. Der e-Sport braucht den organisierten Sport nicht und der organisierte Sport braucht den e-sport nicht. Das ist klar“, erklärte Rücker. Vor allem beim Organisationsgrad fehle es der Bewegung noch an Struktur. Dies unterstrich auch Jörg Förster. Der adh-Vorstandsvorsitzende machte deutlich, dass e-Sport als Sportart den gleichen Weg gehen müsse, wie alle anderen Sportarten zuvor, bevor es eine Anerkennung seitens des adh gebe.

Realität ist e-Sport schon an der Uni Bonn. Dort baute das Sportreferat eine Hochschulsportgruppe auf. „Die Studierenden kamen auf uns zu und haben uns um Hilfe gebeten. Seitdem haben wir eine Hochschulsportgruppe unter anderem im Spiel League of Ledgends. Ego-shooter werden bei uns aber nicht gespielt“, stellte Joshua Miethke klar. Für Ines Lenze stellte sich die Frage der grundlegenden Strategie des Hochschulsports: „Wir positionieren uns im Feld der Gesundheitsförderung. Das ist unsere Strategie. Leider konnte mir noch kein Vertreter erklären, wo der Aspekt der Gesundheitsförderung im e-Sport liegt.“

Am zweiten Tag blickten die Teilnehmenden auf die Möglichkeiten des e-Sports vor Ort. Die TU Kaiserslautern und das KIT Karlsruhe stellten ihre Angebote des e-Sport innerhalb ihres Angebots vor. Anschließend diskutierten die Vertreterinnen und Vertreter der Hochschulen in verschiedenen Runden zu unterschiedlichen Themen. Besonders gefragt war dabei die Frage nach den Werten. „e-Sport ist an den meisten Hochschulen Realität und das ist gut so. Aber aus meiner Sicht müssen wir als Hochschulsport Grenzen im Bereich der Ego-Shooter setzen. Wenn ich beim Sport meine Trainingspartner oder Gegner im Wettkampf verletze, muss ich mich damit seelisch auseinandersetzen. Es beginnt ein Prozess. Außerdem lerne ich im täglichen Training Werte wie Respekt und Toleranz. Meiner Meinung nach widersprechen Ego-Shootern diesem Bestandteil des Sports“, sagte h-da-Student Moritz Belmann.

Am Ende der zweitägigen Tagung blickten die 160 Hochschulsportvertreterinnen und –vertreter auf spannende Diskussionen und Eindrücke zurück. Dabei beantworteten die Teilnehmenden die Frage: „e-Sport ein Thema für den Hochschulsport“ deutlich mit „Ja!“. „Für uns ist e-Sport ein spannendes Themenfeld. Wir werden nun diskutieren, ob und gegebenenfalls wie wir diesen in unserem Programm abbilden können“, blickte Roland Joachim in die Zukunft.

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